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01.08.2017, 13:13 Uhr | Rudolf Götz
CDU-Fraktion fordert sofortiges und schnelles Handeln beim Hochwasserschutz

Nach 2007 haben die Fluten von Nette und Schildau mit Nebenflüssen erneut eine Unzahl von Grundstücken unter Wasser gesetzt. Erste Schätzungen deuten auf erhebliche Schäden hin. War noch 2007 hauptsächlich die Ortslage Rhüden betroffen, sind diesmal Schäden in Münchehof, Kirchberg, Herrhausen, Bornhausen und Rhüden eingetreten. Wieder ist 2017 ein Jahrhunderthochwasser über uns gekommen. Um einen genauen Schadensüberblick zu erhalten, sollte eine Hochwasserkonferenz eingerichtet werden mit dem Ziel, eine nachprüfbare Gesamtbilanz zu erhalten.

Rudolf Götz als Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter wird über seine CDU-Landtagsfraktion einen Forderungskatalog an das Land Niedersachsen richten, in dem Sofortmaßnahmen (Schadensregulierung), mittelfristige Maßnahmen (Errichtung von Rückhaltebecken) und langfristige Maßnahmen (neuer Hochwasserplan für das Harzvorland) geplant werden.

Die CDU/FDP-Gruppe wird für den örtlichen Bereich einen eigenen Arbeitskreis bilden, der sich unter der Leitung von Ernst Pahl mit kurzfristigen Lösungsmöglichkeiten beschäftigt. Auch die neuen Daten an den Pegelständen müssen analysiert werden, um die entsprechenden Programme für das Rückhaltebecken Mechtshausen anzupassen.

Politisch wird auch wieder über die Erhöhung der Durchlassmenge der Nette in Rhüden und dem Bau einer Talsperre in Bornhausen diskutiert werden müssen. Seit dem Hochwasser 2007 wurde viel geplant, viel diskutiert, jedoch keine erkennbaren Ergebnisse erzielt. Der Nettedurchfluss wurde nicht erweitert und die Planungsphase für die Talsperre Bornhausen dauert immer noch an.

Ein neues Phänomen ist die Schadenssituation in Bornhausen. Kam dieser Ortsteil in der Gesamtsicht immer noch glimpflich davon, sind diesmal dort erhebliche Schäden entstanden. Die Fluten von Schaller und Schildau konnten durch die Bachläufe nicht mehr bewältigt werden. Für Bornhausen gilt: Ohne ein Rückhaltebecken/Talsperre an der Schildau oberhalb der Ortslage kann kein Schutz mehr bei zukünftigen Hochwasserlagen gewährleistet werden!

Es sei der Hinweis erlaubt, dass der frühere Ortsbürgermeister Jürgen Kühl und viele andere auch, immer wieder für die Talsperre Bornhausen, auch gegen großen Widerstand im Ort, gekämpft haben. Leider hat sich die Prognose eingestellt: „Wenn wir nichts tun, wird auch irgendwann Bornhausen stark betroffen sein!“

Da bei den Schadenshöhen bislang immer auf die offiziellen Versicherungsschäden abgehoben wurde, ist dies kein taugliches Mittel für eine echte Schadensbilanz. Viele können sich nicht mehr versichern und diese Schäden fallen offiziell unter den Tisch. Deshalb unser Vorschlag und Antrag: Ein Gutachter wird durch die Stadt Seesen beauftragt, sämtliche Schäden im privaten und öffentlichen Bereich für Seesen mit den Ortsteilen zu erfassen. Diese Bewertung ist erforderlich, da bisher ein Investitionshindernis durch das Land ist, dass die entstandenen Schäden für große Investitionen zu gering sein könnten.

Zu den angekündigten Hilfsmaßnahmen durch das Land Niedersachsen wird vorgeschlagen, die Mittel direkt an die Kommunen zu geben, damit diese dann von dort verteilt werden. Hannover ist für schnelle Hilfe auch bei einer unbürokratischen Handhabe zu weit weg. Ein vierstelliger Betrag pro betroffenen Haushalt sollte, je nach Lage, allerdings ermöglicht werden.

Schon jetzt stehen Haushaltsmittel für eine Planung der Brücke Maschstraße in Rhüden durch die Stadt Seesen bereit. Mit dem Haushalt 2018 soll der Umbau erfolgen, um an dieser Stelle die Durchlassmenge erheblich zu verbessern. Wichtig ist das Angebot der Kirchen in Rhüden und Bornhausen über ein Spendenkonto schnell zu helfen. Dafür ist schon jetzt zu danken.

Ein ganz großer Dank gilt den Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet und auch der Bereitschaft aus Salzgitter. Den weiteren Hilfsorganisationen, wie das Rote Kreuz und ganz besonders den freiwilligen Helfern, die allesamt großes geleistet haben. Ohne die genaue Notfallplanung der Feuerwehren wäre alles noch schlimmer gekommen. Sicher werden die ehrenamtlichen Helfer in gebührender Form geehrt werden.

Die CDU-Fraktion hat sich im Rahmen der CDU/FDP-Gruppe vorgenommen, alles Mögliche zu tun, um den Hochwasserschutz im Raum Seesen zu aktualisieren und zu beschleunigen.

aktualisiert von Gerrit Lober, 01.08.2017, 13:14 Uhr